extra_offen.gif (193 Byte) OL - Wettkampfbericht 

 

Hohes Venn in Amel (Belgien), 7.-9. Juni 2003

SG Schomburg beim 3-Tage-OL in Belgien sehr erfolgreich

"Schweißtreibendes Pfingstwochenende für vier Hirschmillers......"

Mit vier Teilnehmern fuhren wir, die SG Schomburg, über das Pfingstwochenende zum 3-Tage-OL nach Belgien. Dieser fand dieses Jahr in Ostbelgien im Naturpark Eifel / Hohes Venn in Amel, eine der fünf deutschsprachigen Gemeinden Belgiens statt. Warum nach Belgien wird sich so mancher Sportsfreund fragen, wo doch zeitgleich in bayrischen Deggendorf ebenfalls ein 3-Tage-OL stattfand. Nun, der entscheidende Grund hierfür war die Ankündigung des belgischen Ausrichters in D/H 10 eine Fähnchenstrecke anzubieten. Dies bot für den Nachwuchs eine hervorragende Gelegenheit in den OL einzusteigen; hierzu später noch mehr. Letztlich muss man sagen, dass die Konkurrenz in Belgien wohl nicht schlechter war als in Deggendorf, auch hier waren Teilnehmer aus Skandinavien, der Schweiz und sogar aus Übersee am Start.

Bereits am Freitag reisten wir an und konnten so am Samstag bereits als erste Teilnehmer überhaupt das Zielgelände des ersten Tages in Augenschein nehmen. Die dabei erfolgte herzliche Begrüßung durch die Ausrichter, die anscheinend nur darauf gewartet hatten, dass endlich die Teilnehmer kommen, ließ unsere Hoffnung auf ein paar schöne Tage steigen. Gespannte Erwartung auf die Läufe kam auf, als feststand, das meine Frau Renate(D35) und ich(H21B) dieselbe Bahn laufen würden. Darauf hatte ich schon bei Anmeldung spekuliert, da dort die Bahndaten ungefähr gleich waren. Unsere Tochter Judith(knapp 10 Lenze) sollte erstmals in der Kategorie D10 an den Start gehen, während unser Youngster Simon(knappe 7 Jahre alt) beim Schnur-OL sein Talent beweisen sollte.

Am ersten Tag war die Strecke für meine Frau und mich ca. 6.7 km Luftlinie lang, bei 120 Hm und den angekündigten tropischen Temperaturen nicht zu unterschätzen. Viele offene Teile im Wald erwiesen sich als wahre Hitzequellen und sollten so manchem Läufer alles abverlangen. Zuerst musste ich in den Wald. Anschließend konnte meine Frau unsere aufgeregte Tochter, schließlich sollte dies ja ihr erster Lauf komplett alleine werden, am Start einweisen und beruhigen um dann ebenfalls auf die Strecke zu gehen. Nach knapp 70 Minuten kam ich wieder aus dem Wald, nicht zufrieden, aber auch nicht völlig unzufrieden. Ein oder zwei kleine Fehler und die Hitze forderten bei mir ihren Tribut. Beim Zieleinlauf kam ich an unserem Lagerplatz vorbei an welchem meine Tochter bereits auf mich wartete und mich anfeuerte. Meiner Frau kam mit der Hitze besser zurecht und spulte die Strecke in ca. 60 Minuten ab. Mit einem so deutlichem Rückstand hatte ich nicht gerechnet. Nachdem ich die Zeiten an der Schnellwertung genauer analysiert war festzustellen, dass ich im vorderen Mittelfeld zu finden war, wie ich gehofft hatte. Meine Frau allerdings lag in Führung. Dank EMIT, das in Belgien eingesetzte elektronische Stempelsystem aus Skandinavien stellten wir fest, das Judith im Endspurt schneller war als ihre Eltern. Damit gewann Judith die ‚Spezial-Familienwertung" des schnellsten Zieleinlaufes. Als Preis in dieser Disziplin gab es übrigens eine große Portion Eis. Judith belegte in einem Starterfeld in dem die meisten Konkurrentinnen wohl mehr Erfahrung hatten einen sehr guten 6. Platz. Ihr Zielspurt blieb in Ihrer Kategorie ohne Beispiel. Am Abend der Siegerehrung stellten wir etwas überraschend fest, dass Renate die Etappe tatsächlich gewonnen hatte. Ihr Vorsprung betrug mehr als 2 Minuten.

Am zweiten Tag war das Wetter wohl noch heißer, die Strecken noch steiler. Immerhin war der zweite Tag für die Elite- und Juniorinnen ein Worldranking-Event. So war die Strecke von meiner Frau und mir zwar nur 5.3 km Luftlinie lang, doch mit 260 Hm deutlich steiler. Als weitere erschwerende Rahmenbedingungen kam hinzu, das ein Querfeldeinradrennen im Laufgelände stattfand und die Läufer nicht nur Karte und Wald im Auge haben mussten, sondern auch jederzeit mit schnellen Radfahrern zu rechnen war. Auch sollte der zweite Tag eine der ungewöhnlichsten Bahnanlagen meines nun doch schon über 20-jährigen OL-Daseins aufweisen. So war das Ziel inmitten eines Skihangs, man erinnere sich, wir befinden uns in Belgien. Das Ziel war fast der höchste Punkt der Bahn, während sich der Start definitiv am tiefsten Punkt der Karte(ca. 220 Hm tiefer) befand. Entsprechend war der Lauf. Auf den ersten zwei Drittel der Bahn wechselten sich eigentlich nur steile Anstiege mit steilen Abstiegen. Läufe am Nordrand der schwäbischen Alb möchte ich fast noch als harmlos bezeichnen. Beim einem Abstieg über einen Geröllhang wundere ich mich noch heute, dass kein Läufer von Steinen verletzt wurde, welche von weiter oben nachfolgenden Läufern unvermeidlicherweise losgetreten wurden. Ein Großteil des letzten Bahndrittels führte über Wiesen; und dies bei noch größerer Hitze als am ersten Tag. Dementsprechend waren die Zeiten zum Großteil deutlich langsamer als am ersten Tag. Nach ca. 77 Minuten kam ich aus dem Wald und durfte letztlich damit sehr zufrieden sein. Auch die Besten meiner Kategorie waren gegenüber dem ersten Tag mehr als 10 Minuten langsamer. Mit dieser Zeit sollte ich in der Tageswertung Platz 17 belegen. Den Vogel schoss jedoch meine Frau ab; und das durchaus im positiven Sinne. Während die allermeisten Läufer am diesem Tag länger im Wald waren als am Tag zuvor hatte Renate hierzu definitiv keine Lust. Mit weniger 59 Minuten Laufzeit sollte sie erneut die Tageswertung gewinnen; und das mit phantastischen 11 Minuten Vorsprung. Ihre Zeit hätte in meiner Kategorie heute zu einem Platz auf dem Stockerl gereicht. In D10 kam Judith mit dem steilen Gelände auch nicht so besonders zurecht. Dies lag mit Sicherheit auch daran, das sie nur in normalen Turnschuhen an den Start gegangen war. Trotzdem gelang ihr dem 8. Platz erneut eine Platzierung unter den TopTen. In der "Familien-Spezialwertung" gelang es Judith erneut, diesmal praktisch Zeitgleich mit mir, sich die begehrte Eistrophäe zu sichern.

Tag 3. Heute hatten jeder von uns eine großes Ziel. Renate wollte ihren großen Vorsprung sicher ins Ziel bringen, Judith wollte erneut die "Familien-Spezialwertung" gewinnen, tja und ich hatte es ebenfalls auf die Eistrophäe abgesehen. Für mich war dieser dritte Tag der schönste. Das Laufgelände war nicht so offen, daher war es zum Laufen nicht so heiß; sicherlich auch bedingt dadurch, dass die Startzeiten allgemein früher lagen. Ein kapitaler Sturz mit Überschlag an Posten 3, bei dem ich mit dem Knie an einen unter kleinen Tannen und Farn verborgenen Stein gestoßen war behinderte mich etwas beim Laufen. Im weiteren Verlauf kam noch ein relativ dicker Schnitzer hinzu als ich einen Absprungpunkt nicht erwischte und ca. 5 Minuten suchen musste. Trotzdem hatte ich mit meine 67 Minuten keine Chance gegen meine Frau die mit 57 Minuten erneut die Tageswertung, und natürlich auch die Gesamtwertung gewann. Die Eistrophäe gewann diesmal ich, Judith hingegen erreichte mit Platz 4 ihre beste Einzelwertung. In der Gesamtwertung wurde Judith schließlich 5. Ich wurde schließlich 16.

Fazit des Urlaubes mit OL-Wochenende in Belgien: schön war’s. Allerdings haben wir alle miteinander ein paar schöne Badeseen oder Freibäder vermisst. So was scheint es hier, zumindest in dieser Ecke von Belgien, nicht zu geben. Wahrscheinlich sind wir hier im Illertal einfach verwöhnt.

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar kurze Sätze zu den Bahnen meiner Tochter verlieren. Die Strecke in der Kategorien H/D10 war als Fähnchenstrecke ausgeschrieben. Das hört sich erst mal ziemlich ähnlich nach dem in Schwaben bekannten Kinder-OL an. Wir hofften allerdings, dass hier echte Kinderbahnen nach dem Schweizer Modell gemeint waren. Und wir wurden nicht enttäuscht. Vor allem an den ersten zwei Tagen, siehe beiliegende Karten, führte die Fähnchenstrecke oft über Umwege und/oder sogar durch schlecht belaufbares Gelände zum nächsten Posten. So konnten die Kinder, so den sie im Kartenlesen bereits etwas geübt waren, ohne Angst sich völlig zu verlaufen, etwas riskieren und sich ab und an eigenen Routen versuchen. Deshalb an dieser Stellen noch ein ganz ausdrückliches Lob von meiner ganzen Familie für diese wirklich gelungenen Kinderbahnen.

 Rainer Hirschmiller

Ergebnisse Foto und D10 Bahn vom Wettkampf

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