extra_offen.gif (193 Byte) OL - Bericht 

 

Daverdisse (Belgien), 30./31. Juli 2005

Transforestiere 2005 – Orientierungslauf einmal ganz anders

Topografische Karte, steile Hänge und viel Wasser bieten auch für Orientierungswanderer Härten und Herausforderung

Mit dem Rucksack durch die Schluchten der Ardennen

Am 30./31. Juli fand in Daverdisse nahe Arlon der „Transforestiere“ 2005 statt.
Nur zwei Deutsche Teams fanden den Weg zu dem Rucksack-OL in der belgischen Provinz Luxembourg. Vom Schwäbischen TGV Horn nahmen Chris Holmes und Jörg Ulver die Strapazen auf sich, zwei Tage vollgepackt mit dem Notwendigsten wie Zelt, Essen, Schlafsack und Wasser die zwei Etappen von je ca. 11 km und 500 m Steigung durch die Schluchten der Ardennen zu meistern.

Entgegen der sonst in der Schweiz, Frankreich und England praktizierten besonderen Form des Orientierungslaufs mit Spezialkarten im Maßstab 1:20.000, wurde in Belgien mit einer einfachen und bereits 15 Jahre alten topographischen 1:25.000er Karte gelaufen.
Am Start galt es zunächst die vorgegebenen Kontrollpunkte auf die Laufkarte einzuzeichnen. Grundsätzlich werden die Kontrollpunkte mit Hilfe von Koordinaten angegeben, was den normalen Orientierungsläufer zusätzliche Konzentration abverlangt. Schnell werden da auf der Karte die Kontrollpunkte um einige Millimeter verschoben, wenn lediglich der Rucksack als Unterlage zum abzeichnen dient, da aufgrund des Regens der Bodens aufgeweicht ist.

Im Team galt es, über die zwei Tage hinweg möglichst ohne Fehler durchzukommen. Chris und ich waren wegen kleinerer Verletzungen gezwungen, das Ganze nur „durchzuwandern“ während die Konkurrenz gleich am Start lossprinten konnte.

Die erste Etappe hatte es in sich. Gleich zum zweiten Posten standen einige Überraschungen bevor. Die sintflutartgigen Regenfälle der letzten Tage haben für einen stark angestiegenen Wasserpegel des zu querenden Flusses gesorgt. Auf eine Brücke brauchten wir hier nicht hoffen, es gab schlicht keine. Mit den nun schweren nassen Schuhen und Klamotten ging’s zum Aufwärmen erstmals den Steilhang hinauf. Doch ein nicht eingezeichneter, 3 Meter hoher Zaun, war das nächste Hindernis. Leider gab es kein Gatter, so dass die ersten "Turnübungen" begannen. Der durch zahlreiche Stürme malträtierte Wald sorgte dann gleich wieder für das nächste Highlight. Auf allen Vieren durch eine dichte Neuaufforstung, da uns ein Umlaufen wegen des Richtungshaltens zu gefährlich erschien. Von der Konkurrenz war bereits zu diesem Zeitpunkt nichts mehr zu sehen.

Wir konzentrierten uns weiter auf unsere Stärken, orientieren und möglichst direkt laufen ohne allzu viel Steigungen absolvieren zu müssen. An die schlechte Karte hatten wir uns bereits gewöhnt. Das einzige was mehr oder weniger stimmte, waren die Höhenlinien. Selbst Wasserobjekte wie Seen und kleinere Wasserläufe waren nicht eingezeichnet.
Im Ziel der 1. Etappe angekommen, sahen wir bereits einige aufgebaute Zelte. Dennoch waren wir mit dem 14. Platz von zunächst 65 gestarteten Teams sehr zufrieden.

Am Sonntagmorgen 9:00 Uhr war Massenstart zur 2. Etappe. Diese war insgesamt technisch einfacher, das Laufen stand zu unserem Nachteil im Vordergrund. Zum Abschluss durften wir nochmals die kalten Wasser der Ardennen testen, während einige Konkurrenzteams per Handy versuchten, Tipps für eine leichtere Überquerung zu bekommen...
Auch hier half nichts. Gerade aus durch bis zur Hüfte im Wasser stehend und dann den Berg hinauf!

Als Tagesergebnis konnten wir den 21. Rang verbuchen und belegten somit den 16. Gesamtplatz.

Hinweis zu den Karten:
Schraffur = Kahlschläge/ Aufforstungen, die nicht in der Kartengrundlage waren
blau gestrichelt = unsere Laufstrecke, die sich mit der des Siegerteams deckte

Jörg Ulver

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