extra_offen.gif (193 Byte) OL - Bericht 

 

 

Muothal/Schweiz, 2.-8.8.2009

Swiss-Orienteering-Week 2009

Anspruchsvolle Bahnen im alpinen Gelände

Im Muothatal, nicht weit von Brunnen, wo 1996 die erste Swiss – O – Week stattfand, trafen sich Orientierungsläufer aus 33 Ländern vom 2. bis 8. August zur vierten Swiss – O – Week. Mit dabei auch Läufer vom TGV Horn, SV Baindt und SV Wannweil.

Tag 1: Schwyz – die Schnittige

Nachdem man am Vortag noch strahlenden Sonnenschein genießen konnte, fing es pünktlich zur ersten Etappe zu Regnen an. Auftakt zur SOW war ein Sprint durch den historischen Dorfkern von Schwyz, der extra für den Autoverkehr gesperrt wurde. Mit engen Gässchen, aber auch Wiesenstücken und Parkflächen fanden die Teilnehmer/innen ein abwechslungsreiches Sprintgelände vor. Das Terrain war nicht nur technisch, sondern auch durch zahlreiche Höhenmeter und nassen rutschigen Untergrund, läuferisch anspruchsvoll.

Tag 2: Schwialppass – die Abwechslungsreiche

Erneut erwartete die Läufer Dauerregen. Der Transport zum Zielgelände am Schwialppass erfolgte mit Mannschaftstransportern des Militärs. Die Strecken führten über alpine Kuhweiden, einer Karstsfläche und alpines Waldgelände. Abwechslung war geboten. Routenwahlprobleme im offenen Teil der Bahnen, brachten die 3000 Orientierungsläufer nicht aus der Ruhe. Besondere Präzision war im steinigen Karst gefragt. Hatte man den Kartenkontakt erst verloren, war es schwer, sich wieder einzulesen. Auch läuferisch musste man vorsichtig sein um Verletzungen, auf dem nicht ungefährlichen Untergrund zu vermeiden. Der Schlussteil wurde nochmals zur Rutschpartie, da durch den anhalten Regen die Hänge aufgeweicht waren. Leider konnte die Etappe, aufgrund eines zwischenzeitlich fehlenden Postens, für die Kategorien HE und HAL nicht gewertet werden. Zudem mussten aufgrund eines Organisationsfehlers, gut 200 Läufer über eine Stunde im Regen auf ihren Rücktransport warten.

Tag 3: Glattalp – die Arktische

Am dritten Tag konnte endlich im Trockenen gelaufen werden. Allerdings musste der für die kürzeren Bahnen geplante Wettkampf, auf der tiefer gelegenen Ruosalp, aufgrund überquellender Gebirgsbäche abgesagt werden.
Für alle Teilnehmer der anderen Bahnen wartete nach dem Ausstieg aus dem Läufertransport ein Aufstieg über 4 km und 700 hm auf das Zielgelände, auf die Glattalp. Ob das Laufgelände diesen Aufstieg wert war, muss jeder Läufer selbst entscheiden. Der Start der Bahnen führte über offene schnell belaufbare Weideflächen. Die zweite Hälfte führte erneut über ein ausgedehntes Steingebiet, welches erneut konzentriertes Orientieren, bei schwierigen Laufbedingungen erforderte.

Tag 4: Chinzig – Seenalp – die Atemberaubende

Da aufgrund eines Erdrutsches die geplante Etappe am Lidernen nicht stattfinden konnte, entschlossen sich die Organisatoren kurzfristig die 6. Etappe vorzuziehen. Der Transport zum Start erfolgte mit geländegängigen Militärtransportern und dauerte Fahr- und Laufzeit addiert, fast zwei Stunden. Immerhin hatte man am Start schon fast den höchsten Punkt der Karte erreicht und der größte Teil der Strecke ging bergab. Der Beginn der Bahnen führte über eine offene Hochfläche mit zahlreichen Höhen- und Steindetails. Zum Schluß wechselte die Strecke auf einen steil abfallenden Berghang, wo es sogar noch Postenstandorte im Wald gab. Besonders der erste Teil des Laufes erwies sich als tückisch da aufgrund zahlreicher Details bei hohem Lauftempo immer höchste Konzentration beim Orientieren gefragt war.

Tag 5 und 6: Gibel – die Ruppige

Da die Zufahrt zum Lidernen aufgrund erneuter starker Regenfälle nicht sicher genug war, entschied der Veranstalter die beiden letzten Etappen auf der selben Karte zu organisieren. Die Bahnen für die 6. Etappe wurden kurzfristig erstellt und die Strecken mussten am Start selbst abgezeichnet werden. Das Gelände war sehr detailreich, mit Steinen durchsetzt und weitestgehend mit Dickicht überwachsen. Trotz eines dichten Wegenetzes musste man aufpassen nicht den Kartenkontakt zu verlieren. Die schlechte Belaufbarkeit des Geländes sorgte für langsamere Laufzeiten, als aufgrund der Bahndaten erwartet. Leider mussten am letzten Tag wegen eines fehlenden und zweier falsch gesetzter Posten 17 Kategorien annulliert werden.

Die Swiss-Orienteering-Week bot wieder einmal anspruchsvolle und abwechslungsreiche Laufgelände. Leider trübten die langen Wege, der schlecht organisierten Transport und die vielen annullierten Kategorien die Freude.
Die nächste Swiss-O-Week findet 2011 in Flims-Laax-Falera statt. Hier wird für den Transport wieder auf das aus Zermatt erprobte Transportkonzept mit Bergbahnen zurückgegriffen.

Steffen Hartmann


Ausschnitt aus der Karte Gibel (Etappe 5) H21AL
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Ausschnitt aus der Karte Chinzig-Seenalp (Etappe 4) H21AL
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